Hotel Betschart

Pension Betschart Aussenansicht; Photoglob, Zürich / Nationalbibliothek Bern, Graphische Sammlung; EAD-PHGL-19650a – B

Die Händler und Reisenden auf dem Weg von Deutschland über den Gotthard nach Italien konnten hier in der Pension Betschart übernachten. Es gab noch keine Strasse von Brunnen nach Morschach, sondern man erreichte Morschach mit Ross und Wagen von Ibach aus über die Strasse von Oberschönenbuch zur Schwyzerhöhe. Von dort ging es zu Fuss und mit Saumtieren weiter über den Degenbalm entweder zur Sust am See unterhalb Morschach oder nach Sisikon. Die „Pension Betschart“ war demnach das erste Hotel in Morschach und wurde bereits im 18. Jahrhundert eröffnet. Eine Aufwertung und Verbesserung der Anlage erfolgte um 1870.

Anfang des 20. Jahrhunderts wird das Hotel „vorzüglich von Deutschschweizern“ besucht, wie M. Betschart in seinen Annoncen selbst schreibt. Er rühmte zudem, dass das Hotel bereits damals über einen Telefonanschluss verfügte. Eine Gartenwirtschaft gehörte seit jeher zum Angebot, und der Fussmarsch von der Bahnstation Morschach war erfreulich kurz. Als nach den Weltkriegen der touristische Abstieg Morschachs begann, blieb das „Betschart“ als eines der wenigen Hotels bestehen. Alois Betschart-Werder führte es als ruhiges 40-Betten-„Ferienplätzchen“ zu bescheidenen Preisen und mit einer altbekannten, guten (Butter-)Küche durch die Kriegsjahre.

In den 1980er-Jahren schrieb Helga Thoman die Räumlichkeiten zunehmend zur Miete oder als Pension aus; diese durften selbst möbliert werden. Auch Aufenthaltsräume standen zur Verfügung. Heute wird das Haus von Nicola Pistellato und Ivy Pistellato Ballovar als Pizzeria „Buongustaio“ weitergeführt.